22. März 2026
✍️ Vorgeschichte
Meine persönliche Geschichte mit dem Tee vom Doi Pu Muen begann eigentlich mit ein paar unscheinbaren Probentütchen, die ein Freund mir im Sommer 2022 aus Nordthailand mitbrachte. Er war auf der Durchreise nach Myanmar ein einem Hotel in Fang abgestiegen, wo er von der Betreiberin einige Teeproben für den mit ihm befreundeten Teehändler in Deutschland erhalten hatte. Von ihm wusste ich auch, dass der Tee aus dem Teegarten ihrer Familie auf dem Doi Pu Muen stammte.
Unter den Proben befanden sich ein schwarzer Tee, ein grüner Tee, ein Sheng – und ein wilder weißer Tee.
Schon bei der ersten Verkostung zeigte sich schnell, dass nicht alle dieser Tees gleichermaßen überzeugten. Zwei jedoch stachen deutlich hervor: der Sheng und vor allem der wilde weiße Tee.
Beide Tees stammten von einer seltenen Varietät der Camellia sinensis. Diese verbindet die genetischen Merkmale großblättriger Assam-Teebäume mit denen sogenannter Purple-Varietäten – eine Kombination, die in den Wäldern des nordthailändischen Hochlands noch in wilden Beständen vorkommt.
Der weiße Tee erwies sich dabei nicht nur geschmacklich als außergewöhnlich, sondern auch hinsichtlich seiner Pflück- und Verarbeitungsqualität als bemerkenswert. Ein Tee von besonderer Klarheit, Frische und Eleganz – und zugleich etwas, das ich in dieser Form so noch nicht kannte.
Damit war mein Interesse geweckt.
Erst rund zwei Jahre später, im Juli 2024 ergab sich im Rahmen einer erneuten Reise nach Thailand schließlich die Gelegenheit, mich auf die Spur des Doi Pu Muen Tee zu begeben – und seiner Quelle nachzugehen.

✍️ Das Phumanee Lahu Home Hotel in Fang
Dort erreichte ich am 25. Juli 2024 gemeinsam mit meinem Sohn und einem alten Freund schließlich das Phumanee Lahu Home Hotel, dessen Betreiberin Jirawan „Yok“ Jaikor zugleich die Erzeugerin jener Tees ist, von denen mir mein Freund zwei Jahre zuvor einige Proben mitgebracht hatte.
Bereits bei unserer Ankunft wurden wir von Yok herzlich empfangen. Dabei begegnete uns unsere Gastgeberin mit einer Offenheit und Freundlichkeit, die sofort spürbar machte, dass wir hier nicht einfach Gäste in einem Hotel waren, sondern willkommen geheißen wurden in einer Welt, die tief mit der Geschichte ihrer Familie und der Kultur der Lahu verbunden ist.
Yok ist die Tochter von Jafa Chaikor, dem letzten großen Anführer der Roten Lahu in Nordthailand – eine Herkunft, die sich nicht nur in ihrer eigenen Geschichte widerspiegelt, sondern im gesamten Haus präsent ist.
Im Phumanee Lahu Home Hotel ist diese Geschichte allgegenwärtig. Tafeln und Fotografien an den Wänden erzählen von den Ursprüngen der Lahu in dieser Region, von Migration, politischen Umbrüchen und tiefgreifenden Veränderungen – und von der besonderen Rolle, die Yoks Familie dabei gespielt hat.

✍️ Die Geschichte der Familie Jaikor und des Doi Pu Muen
Die Wurzeln dieser Geschichte reichen zurück bis ins späte 19. Jahrhundert. Um das Jahr 1880 führte Saenkor, ein damaliger Anführer der Roten Lahu, sein Volk aus den Bergregionen des heutigen Myanmar in das Hochland Nordthailands. Dort, im Gebiet des Doi Pha Hom Pok, ließen sie sich nieder und gründeten das Heimatdorf von Yoks Familie. Und von dort, aus den Wäldern des benachbarten Doi Pu Muen, kommt auch der wilde weiße Tee, der uns hierher geführt hat.
Einer von Saenkors Söhnen war Pu Muen, mit Geburtsnamen Tangtao, der später zu einer prägenden Figur in der Geschichte der Region werden sollte. Der Doi Pu Muen trägt bis heute seinen Namen. In den 1950er Jahren unterstützte Pu Muen das thailändische Königshaus im Kampf gegen aus dem Norden vordringende kommunistische Gruppen.
Nach seinem Tod im Jahr 1969 wurde sein zweiter Schwiegersohn Jafa Chaikor, Yoks Vater, zu seinem Nachfolger. In den späten 1960er Jahren spielte er eine Schlüsselrolle als Verbündeter des thailändischen Königshauses – insbesondere im Rahmen der Bemühungen, den Opiumanbau in Nordthailand durch alternative Einkommensquellen zu ersetzen. Unter seiner Führung begann die Umstellung auf den Anbau von Tee und Kaffee.
Dieser Wandel blieb jedoch nicht ohne Konflikte. Im Jahr 1983 wurde Jafa Chaikor Opfer eines Attentats, verübt von einem Dorfbewohner, der durch den Rückgang des Opiumanbaus wirtschaftliche Einbußen erlitten hatte.
Heute führt Yok diese Geschichte und die Tradition ihrer Familie auf ihre eigene Weise fort. Mit großem Engagement setzt sie sich für das Wohl ihrer Gemeinschaft ein – unter anderem durch die Entwicklung des Teeanbaus im Heimatdorf ihrer Familie am Doi Pha Hom Pok, das zugleich auch das Ziel unserer Reise am nächsten Tag sein sollte.

✍️ The Ride – Die Fahrt nach Doi Pha Hom Pok
Am nächsten Morgen machten wir uns gemeinsam mit Yok auf den Weg in ihr Heimatdorf am Doi Pha Hom Pok.
Was auf der Karte nach einer überschaubaren Strecke aussah, entpuppte sich schon bald als eine Fahrt ganz eigener Art. Mit jedem Kilometer wurde die Straße schmaler, unebener – und schließlich kaum noch als solche zu erkennen.
Tiefe, vom Regen ausgewaschene Rillen durchzogen den Weg, Schlaglöcher bestimmten das Tempo, und immer wieder zwang uns das Gelände zu langsamen, vorsichtigen Manövern. In der Regenzeit wird die Strecke zu einer Herausforderung, die ohne Erfahrung und Ortskenntnis kaum zu bewältigen ist.
Während wir uns immer weiter in die Berge vorarbeiteten, schloss sich der Wald dichter und dichter um uns. Üppiges Grün, feuchte Luft und die allgegenwärtigen Geräusche des tropischen Regenwaldes begleiteten die Fahrt und machten deutlich, wie abgelegen dieser Teil des nordthailändischen Hochlands ist.
Was wir hier erlebten, war mehr als nur eine Anfahrt – es war der Weg zu einem Ort, an den sich niemand zufällig verirrt. Ein Ort, an dem es keinen Handyempfang und kein Internet gibt – und erst seit wenigen Jahren elektrischen Strom. Und ein Ort, an dem – nicht zuletzt wohl auch deshalb – die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
✍️ Das Dorf der Roten Lahu – ein Schauplatz gelebter Geschichte
Schließlich erreichten wir Yoks Heimatdorf – jenen Ort, an dem die Geschichte der Roten Lahu in Thailand ihren Anfang nahm und sich bis heute über Generationen hinweg entfaltet.
Die Bebauung wird nahezu vollständig von traditionellen Holz- und Bambushäusern geprägt. Eine Ausnahme bildet lediglich eine von christlichen Missionaren errichtete kleine Kirche, die sichtbar gepflegt und genutzt wird.
Gleichzeitig ist spürbar, dass der traditionelle Glaube der Lahu, in dem Naturgeister und überlieferte Rituale eine zentrale Rolle spielen, weiterhin fest im Alltag verankert ist. Beide Glaubenswelten bestehen hier nebeneinander – nicht im Widerspruch, sondern als Teil einer gelebten Realität, die sich über Generationen hinweg entwickelt hat.
Auf etwa 1300 Metern Höhe bietet sich von hier aus ein atemberaubender Blick über die Ebene bis zu den fernen Bergzügen am Horizont.
Die Behausungen sind entlang schmaler, aufgeweichter Wege angeordnet, die sich wie natürliche Verbindungen zwischen den einzelnen Häusern durch das Dorf ziehen. Der Boden ist weich, stellenweise rutschig, und trägt noch die Spuren der jüngsten Regenfälle.
Vieles wirkt einfach und funktional – geprägt von den Lebensbedingungen eines abgelegenen Bergdorfes. Zugleich wird deutlich, dass sich auch hier Veränderungen vollziehen. Während die ältere Generation das traditionelle Leben im Dorf fortführt, haben viele der Jüngeren – wie auch Yok selbst – ihre Heimat verlassen, um in den Städten bessere Einkommensmöglichkeiten und Zugang zu moderner Infrastruktur zu finden.
Mit dieser Entwicklung geht auch ein schleichender Verlust von Sprache und kulturellen Traditionen einher, wie er für viele der Bergvölker Nordthailands charakteristisch ist.

✍️ Die Tee-Schule am Doi Pu Muen – Ein Ort des Tees in der Mitte von Nirgendwo
Nach einer überschwänglichen Begrüßung durch Verwandte und Nachbarn führt uns Yok zu dem Ort, von dem man sofort spürt, dass er ihr ganzer Stolz ist: ihrer Tee-Schule – dem „Doi Pu Muen Tea Learning Center“.
Das auf Yoks Initiative hin errichtete Gebäude liegt etwas abseits der einfachen Behausungen, inmitten des dorfeigenen, ebenfalls auf ihre Initiative zurückgehenden Teegartens. In seiner schlichten Bauweise aus Holz und Bambus wirkt es gleichermaßen funktional wie einladend und folgt einer klaren Idee: ein Ort, an dem sich Besucher dem Tee in seiner natürlichen Umgebung nähern können.
Während ein solcher Ausflug in der Regenzeit nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist, lässt sich leicht vorstellen, dass das Konzept in den trockeneren und kühleren Monaten durchaus aufgeht – nicht zuletzt, weil die Kombination aus landschaftlicher Schönheit und kultureller Exotik auch unabhängig vom Tee eine besondere Anziehungskraft entfaltet.
Im Inneren der Tee-Schule findet sich alles, was für die traditionelle, rituell-zeremonielle Zubereitung von Tee im chinesischen Stil benötigt wird. Der Fokus liegt dabei weniger auf ästhetischem Detail als auf robuster Praktikabilität – eine Herangehensweise, die sich nahtlos in die Umgebung einfügt.
Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin des Phumanee Lahu Home Hotel, die ebenfalls aus diesem Dorf stammt und uns auf diesem Ausflug begleitet, bereitet Yok in erstaunlich kurzer Zeit eine vollständige Teesession vor. Innerhalb von weniger als einer halben Stunde entsteht auf einem langen, eigens dafür vorgesehenen Tisch das Setup einer klassischen chinesischen Teezeremonie, unterstützt durch die einfache, aber funktionale Infrastruktur einer kleinen, angrenzenden Kücheneinrichtung.
In diesem Rahmen werden uns mehrere Tees zur Verkostung gereicht – ein Sortiment, das in etwa jener Probenauswahl entspricht, die ich einige Jahre zuvor erstmals in den Händen hielt. Und erneut sind es vor allem zwei Sorten, die herausragen: der wilde Mao Cha und – mehr noch – der wilde weiße Tee aus den umliegenden Wäldern.
Während unserer Verkostung entsteht zugleich ein tiefergehendes Verständnis dafür, wie eng diese Tees auf einer fast schon metaphysisch anmutenden Ebene mit dem Ort ihrer Herkunft verbunden sind.

✍️ Der Teegarten – Zwischen Natur und Kulturlandschaft
Die Pflege dieses Gartens beschränkt sich dabei auf ein Minimum. Abgesehen davon, dass das Gras rund um die Teebüsche in regelmäßigen Abständen gemäht wird, greift der Mensch hier nur wenig in die natürlichen Wachstumsprozesse ein.
Eine wichtige Ausnahme bildet allerdings der jährliche, fachmännisch durchgeführte Rückschnitt der Pflanzen. Er dient dazu, eine stärkere Verzweigung der Teebüsche zu fördern, die Bildung junger Knospen zu begünstigen und zugleich zu verhindern, dass die Pflanzen zu hoch wachsen und sich zu schwer bepflückbaren Bäumen entwickeln.
Als wir den Garten besuchten, war das Gras gerade erst geschnitten worden – ein Umstand, der den Blick auf die einzelnen Pflanzen freigab und zugleich die „Free-Style“-Struktur des Gartens besonders gut erkennen ließ.
Gerade diese zurückhaltende Form der Bewirtschaftung trägt dazu bei, dass sich hier ein Gleichgewicht entwickelt hat, in dem die Teepflanzen nicht isoliert, sondern als Teil eines vielfältigen ökologischen Gefüges gedeihen.
Und doch wird im weiteren Verlauf unseres Besuchs deutlich, dass die eigentliche Besonderheit der Tees, die mich hierhergeführt haben, nicht in diesem Garten liegt. Sie findet ihren Ursprung vielmehr in den umliegenden Wäldern, in denen die Lahu seit Generationen wild wachsende Teebäume beernten.
Es sind diese wild gepflückten Tees – allen voran der weiße Tee und der Mao Cha –, die in ihrer Eigenständigkeit und Ausdruckskraft noch einmal eine ganz andere Dimension eröffnen und schließlich auch den Weg in den Siam Tee Shop gefunden haben:
👉Doi Pu Muen Spring Wild Weißer Tee
👉 Doi Pu Muen Spring Ye-Sheng Wilder Tee

Einschub
Ein Besuch dieser tief in den Wäldern des Doi Pu Muen gelegenen Teebäume war unter den gegebenen Umständen nicht vorgesehen. Die tropisch geprägten, dicht bewachsenen Wälder sind schwer zugänglich und verlangen selbst unter günstigen Bedingungen ein hohes Maß an körperlicher Belastbarkeit. An diese Voraussetzungen sind die Dorfbewohner gewöhnt – für Außenstehende stellen sie jedoch eine ganz andere Herausforderung dar.
Während der Regenzeit, in die unser Besuch fiel, verstärken sich diese Bedingungen zusätzlich: hohe Luftfeuchtigkeit, anhaltende Wärme und aufgeweichte Wege machen jede Bewegung zu einer kräfteraubenden Angelegenheit. Und so erschien es mir – nicht zuletzt auch angesichts meines Alters – als die vernünftigere Entscheidung, diesen Teil des Ursprungsortes unangetastet zu lassen.
Deshalb nutzte ich nach der Verkostung nur noch die Gelegenheit, ein wenig durch den Teegarten zu streifen und mir die Teepflanzen unterschiedlichen Alters aus nächster Nähe anzusehen – ein stiller Moment, in dem sich viele der zuvor gewonnenen Eindrücke noch einmal verdichteten.

Wenig später hieß es schließlich Abschied nehmen von Yoks Heimatdorf – und damit auch von einem Ort, der in seiner stillen Abgeschiedenheit und entrückten Zeitlosigkeit noch lange nachwirkt.
✍️ Die Teefabrik – Handwerk zwischen Tradition und Entwicklung
Auf dem Rückweg vom Dorf, zurück in Richtung Fang, legen wir nach etwa einer halben Stunde Fahrt einen Zwischenstopp ein. Unser Ziel ist die Teefabrik mit dem Namen „Ban Den Luang Social Enterprise“, die etwas außerhalb der Stadt liegt.
Dass sich die Verarbeitungseinrichtungen nicht direkt im Dorf befinden, hat einen einfachen Grund: In den 1980er- und 1990er-Jahren, als der Teeanbau in dieser Region gezielt gefördert wurde, stand in den abgelegenen Bergdörfern noch kein elektrischer Strom zur Verfügung. Der Betrieb von Maschinen – insbesondere zum Rollen der Teeblätter – war daher nur an besser angebundenen Standorten möglich.
Heute hat sich dieses Bild gewandelt. Auch im Dorf selbst wird mittlerweile Strom erzeugt – unter anderem durch Photovoltaik, eine Technologie, die zur Zeit der ursprünglichen Entwicklung des Teeanbaus hier noch keine Rolle spielte. Anlagen wie der Drying Dome können inzwischen direkt vor Ort betrieben werden, was neue Möglichkeiten für die Verarbeitung eröffnet.
Die Teefabrik selbst entpuppt sich als ein eher unscheinbares Gebäude, das auf den ersten Blick kaum erahnen lässt, welche Bandbreite an Verarbeitungstechniken sich im Inneren verbirgt.
Tatsächlich eröffnet sich hier ein überraschend umfassendes Spektrum an Einrichtungen zur Verarbeitung unterschiedlichster Teesorten. Neben der für viele Teeanbauregionen typischen, überdimensionierten Wok-Pfanne, in der die Teeblätter von Hand erhitzt und gerollt werden, finden sich zahlreiche mechanische Vorrichtungen, die eine Verarbeitung von grünem Tee, Oolong, schwarzem Tee ebenso ermöglichen wie die Herstellung von Mao Cha und weißem Tee.
Dazu gehören unter anderem eine elektrisch betriebene Maschine zum Rollen größerer Blattmengen, eine Vorrichtung zum Walken von Teeblattballen zur Herstellung von sogenannten „Ball-Type“-Oolongs sowie die klassische Kombination aus Holzkohle-Brennkammer und Korbaufsatz, wie sie traditionell zum Rösten oder Veredeln von Tee Verwendung findet. Und wenn auch einiges davon in die Jahre gekommen wirkt, liegt doch gerade darin ein nicht unerheblicher Teil des Charmes dieses Ortes.
Es liegt nahe, dass ein Großteil dieser Ausstattung im Zuge jener Entwicklungsprogramme in die Region gelangte, die den Teeanbau und seine Verarbeitung in Nordthailand als nachhaltige Alternative zum Opiumanbau förderten.

✍️ Der Drying Dome – Moderne Trocknung unter einfachen Bedingungen
Im Kontrast zu den teils in die Jahre gekommenen Verarbeitungseinrichtungen steht im Zentrum der Verarbeitung meiner beiden wilden Tee-Favoriten vom Doi Pu Muen eine sehr viel jüngere Einrichtung: der sogenannte „Drying Dome“.
Er bildet das zentrale Element jener Prozesse, die für die Qualität dieser Tees entscheidend sind. Die halbtransparente Konstruktion nutzt die einfallende Sonnenstrahlung, um im Inneren ein kontrolliertes Mikroklima aus Wärme und Luftzirkulation zu erzeugen. Unterstützt durch integrierte Ventilatoren lässt sich so eine präzise Steuerung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit erreichen – Voraussetzungen, die insbesondere für die schonende Trocknung von weißem Tee und Mao Cha unter kontrollierten Bedingungen von entscheidender Bedeutung sind.
Entlang der Innenwände des Doms sind lange Tische angeordnet, auf denen die frisch gepflückten Blätter ausgebreitet werden. Hier vollzieht sich ein Prozess, der gleichermaßen einfach wie wirkungsvoll ist: die langsame, kontrollierte Trocknung unter natürlichen Bedingungen, die dem Tee erlaubt, seinen Charakter behutsam zu entfalten.
Im Nebeneinander mit den älteren Verarbeitungseinrichtungen wird hier deutlich, wie neue Ansätze ihren Platz in einer gewachsenen Struktur gefunden haben.

✍️ Abschied vom Doi Pu Muen
Am Ende dieses überaus ereignisreichen, zugleich aber auch anstrengenden Tages kehrten wir zurück in das Phumanee Lahu Home Hotel.
Den Abend verbrachten wir – wie könnte es anders sein – bei einigen Kännchen Tee gemeinsam mit Yok und ihrem Mann im weitläufigen Restaurant- und Lobbybereich des Hauses. In angeregten Gesprächen ging es noch einmal um die Tees selbst, aber auch um die Möglichkeiten, die Produktion von Ahpa Tea und die Entwicklung des Dorfes weiter voranzubringen.
Es war einer jener Abende, in denen sich Eindrücke, Erfahrungen und Gedanken auf besondere Weise und zu einem unvergesslichen Erlebnis verdichten.
Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen – mit einem lachenden und einem weinenden Auge zugleich. Denn so eindrücklich dieser Ort auch war, führte uns unsere Reise weiter: nach Doi Mae Salong, dem Zentrum des Teeanbaus in Nordthailand.