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Thomas Kasper

Jin Xuan Raureif-Oolong (Winter-Tee): die Ausnahme von der Regel

Wer sich mit den Regeln des Teeanbaus beschäftigt, erfährt bald, dass die Teepflanze in der Regel mehrmals jährlich geerntet wird. Dies gilt für die meisten Tees, mit Ausnahmen wie beispielsweise... manche Tee-Varietäten, darunter der Jin Xuan Oolong Nr. 12 geben auch eine im Dezember/Januar eingebrachte Winterernte her, die durch ein ganz besonderes Aroma und einen ebenso außergewöhnlichen Geschmack besticht... Fast unverändert erhalten bleibt beispielsweise der wundervoll süße, lang anhaltende Nachklang des Geschmacks in Hals und Mund. Das initiale Geschmackserlebnis der Jin Xuan Winterernte hebt sich jedoch deutlich von dem der Tees des normalen Erntezyklus ab... Die Bezeichnung „Raureif“-Oolong verdankt dieser Tee dem Reif, der sich während der Wintermonate in den frühen Morgenstunden über die Teegärten legt und diese an besonders kühlen Tagen mit einem Hauch von Weiß überzieht... genügen nur die wenigsten „Tips“ (Astspitzen mit den jeweils jüngsten Blättern) den Anforderungen für einen hochwertigen Raureif-Oolong, was die Winterernte aufwändig macht und der Grund dafür ist, dass jeweils nur geringe Mengen eingebracht werden können. ARTIKEL LESEN

Jin Xuan Oolong Tee (Taiwan Tee-Kultivar Nr. 12) – Nordthailands vielseitigste Teepflanzenvarietät

Grundsätzlich kann man jede Teepflanzenvarietät zu einer nahezu unendlich großen Anzahl von Tees verarbeiten: man kann grünen Tee daraus machen, schwarzen Tee, oder einen Oolong-Tee eines beliebigen Fermentierungs- /Oxidationsgrades... Im Laufe der Zeit haben sich jedoch für die meisten oder alle Teepflanzenvarietäten bestimmte Verarbeitungsstandards herauskristallisiert und etabliert, die für den jeweiligen Tee-Kultivar als am besten oder zu bevorzugen angesehen werden... Unser Taiwan Jin Xuan Oolong Teekultivar Nr. 12 ist ein perfektes Beispiel hierfür: bisher ist dieser mir in Form eines leichtfermentierten Oolong-Tees, der eines schwarzen Tee und als ein "Winter-Tee" (Raureif-Tee") bekannt... Über die Relevanz der Verwendung des Begriffes "Pouchong"-Oolong könnte man sich dabei wohl streiten, denn einerseits ist der Grad der Fermentierung / Oxidation, der zur Verwendung dieses Begriffes berechtigt, nicht klar, sondern lediglich durch "schwach fermentiert" definiert, und andererseits wird unser Jin Xuan Oolong Nr. 12... Geschmack und Aroma des Jin Xuan Oolong Tee sind eher schwierig zu definieren oder zu beschreiben, da diese sich aus einer stattlichen Anzahl von Komponenten zusammensetzen, die sich insbesondere in Abhängigkeit von der Ziehdauer des Tees... da wären zunächst die grasigen Elemente... dann haben wir die erdigen Grundnoten... dazu kommt auch eine gewisse Süße, die jedoch für unseren Jin Xuan Oolong Tee am ehesten bei kurzen Aufgusszeiten spürbar wird und bei längerem Ziehen einer gewissen Herbheit Platz macht... ARTIKEL LESEN

„Bai Yai“ – Der Alte Tee-Baum Nordthailands

Die Camellia Sinensis Assamica Tee-Spezies wuchs und wächst wild in Form "regulärer" Bäume in den meisten Ländern Südostasiens... Obwohl die Produktion von grünem Tees in jener Zeit die vorherrschende Methode war, unterschieden sich die Verarbeitungsverfahren in den Details hinsichtlich der Trockung und des Erhitzens der Teeblätter... Besonders hervor sticht ein Verfahren, das Nachfermentierungsprozesse involviert, wie wir sie sonst nur von chinesischem Pu Erh Tee kennen... kehrten insbesondere die neuen chinesischen Siedler, die zuvor eine Schlüsselrolle im lokalen Handel mit Opium gespielt hatten, zurück zu jenen alten Assamica Tee-Bäumen und begannen diese auf einer kommerzielleren Ebene zu bewirtschaften und grünen Tee, sowie neuerdings auch Oolong-Tee aus den Blättern der alten, in Nordthailand heimischen Bäume zu produzieren... In und um die chinesischen KMT-Siedlungen wie beispielsweise Doi Mae Salong wurden die Teeblätter nun auch nicht mehr nur von den wild wachsenden Tee-Bäumen gepflückt, sondern man begann damit, diese zunehmend auch in Teegärten zu kultivieren... Auch für die wilden Tee-Bäume... Diese Tees, namentlich unser ShanTee, unser DMS Bai Yai Grüner Tee, Blätter, und unser DMS Bai Yai Oolong Tee, Blätter werden oft als “gute Alltagstees” bezeichnet... Wenn Leute den Geschmack dieser Tees in Worte zu fassen suchen, fallen oft Begriffe wie “erdig” oder “grasig”, alle gruppiert um das Element Erde... Das, denke ich, die Fähigkeit eine ganze Welt nur aus Aroma und Geschmack zu erschaffen, ist tatsächlich eine der größten Tugenden (sprich: Qualitäten), die ein Tee möglicherweise haben kann. ARTIKEL LESEN

Jin Xuan Black Pearls/Hibiskus Teemischung EXP Nr.1

...persönlich eher ein Liebhaber reiner Tees der Camellia Sinensis-Pflanze und ihrer Grün-, Oolong und Schwarztee-Variationen... die Vielfalt an Tausenden existierender „Tee“-Mischungen sowie deren oft ausgesprochen fantasievolle Namen mit einer Arroganz nicht ganz fernen Haltung zu belächeln... in Thailand heimische Kräuter wie Jiaogualan, Färberdistel, Maulbeerblätter, Rosella Hibiskus oder Chrysanthemen haben zum einen alle ihren sicherlich berechtigten Platz in der traditionellen chinesischen Medizin... der Verkostung von Hibiskusblüten-Aufgüsse widmete, war mein erster Gedanke „Sommer-Eistee“, und mein zweiter Gedanke war „schmeckt sicher toll mit schwarzem Tee“... und machte mich nun doch mit rechtem Eifer und großer Neugierde an das Projekt der Kreation einer Teemischung aus DMS Shi Er Black Pearls und Hibiskus-Blüten... Was bleibt von den Black Pearls, ist das beim Genuss dieses Tees in seiner Reinform so wundervolle „mittlere“, süße Geschmacksspektrum... „Siamesischer Sommertraum“... an Hagebutte und Zitrone erinnernden Geschmack der Rosella Hibiskusblüte... Das fertige Tee-Getränk wirkt erfrischend und belebt die Sinne, das perfekte Erfrischungsgetränk auf Eis... oder als wohltuendes Heiß-Teegetränk zu jeder Tageszeit... in ihrer Komplexität oft unterschätzte Kunst der Kreation von Teemischungen... ARTIKEL LESEN

Si Ji Chun Four Seasons Oolong Tee – 4 Jahreszeiten wie Frühling

Was hat es eigentlich auf sich mit den „4 Jahreszeiten“? Eine Frage, die sich unweigerlich jedem Tee-Liebhaber spätestens bei der ersten Begegnung mit 4-Seasons Oolong Tee stellt... Der Four Seasons Oolong-Kultivar, eine noch relativ junge Tee-Varietät, ist eines der populärsten Ergebnisse der taiwanesischen Oolong-Tee-Forschung und -Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts... Und so kam der 4-Seasons-Olong zu seinem Namen: Si Ji Chun übersetzt sich im Deutschen zu „vier Jahreszeiten wie Frühling“, und bedeutet, dass Four Seasons Oolong-Tee viermal im Jahr auf gleichbleibendem Qualitätsniveau mit der Frühlingsernte geerntet werden kann... Es gibt keinen anderen Oolong-Tee, der mit dem Si Ji Chun Four Seasons Oolong geschmacklich vergleichbar wäre, während das Potential von 4-Seasons-Oolong mit bei guter Blattqualität bis zu 10 Aufgüssen und mehr (nach der chinesischen Gong Fu Cha-Methode) einen weiteren Beitrag dazu leistet, diesen Tee unter die Spitzentees Taiwans, und somit Thailands, zu bringen... Geschmacklich ist der Si Ji Chun Four Seasons Oolong-Tee, standardgemäß verarbeitet als ein nur leicht fermentierter, fast noch grüner Oolong-Tee, eher schwierig zu beschreiben, da sein einzigartiges aromatisches Profil je nach Dosierung, Wassertemperatur und Ziehdauer/Anzahl der Aufgüsse eine sehr äußerst variable Bandbreite zeigt... Am erstaunlichsten ist jedoch immer wieder das geschmackliche Potential, mit dem unser DMS Si Ji Chun 4-Seasons Oolong Tee aufwartet... ARTIKEL LESEN

Taiwan Oolong Tee Entwicklung & Tee-Knowhow-Export

Das Potential der taiwanesischen Teeherstellung erkennend, beschloss die taiwanesische Regierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die Oolong-Tee-Entwicklung gezielt zu fördern, und gründete 1926 zu diesem Zweck das Tea Research Institute of Taiwan. Die Arbeit des Instituts gipfelte in den 70 er Jahren in der Einrichtung und dem Betrieb einer Reihe von Versuchsstationen, sog. "Taiwan Tea Experiment Stations" (TTES), wo basierend auf den Forschungsergebnissen des Institutes gezielt eine Reihe von Oolong-Tee-Kultivare entwickelt wurden. Im Mittelpunkt dieser Bestrebungen stand die Verbesserung der Eigenschaften der Teepflanzen im Hinblick auf Geschmack, Ertragsmenge, Unempfindlichkeit gegen Schädlingsbefall sowie die Anpassung der verschiedenen Kultivare an jeweils bestimmte geologische und klimatische Bedingungen... Thailand verdankt den Aufschwung seiner Teeindustrie und mühsam eroberten Platz auf der Weltkarte des Teeanbaus zu einem guten Teil den oben beschriebenen taiwanesischen Anstrengungen zur Entwicklung von Oolong-Tee-Kultivaren mit ganz bestimmten Eigenschaften und Anforderungsprofilen. ARTIKEL LESEN

DMS Jin Xuan Black Pearls – Wie „schwarz“ ist er wirklich?

Als ich vor fast 2 Jahren, Anfang des Jahres 2011, zum ersten Mal den (gerade erst „erfundenen“) schwarzen Tee aus Nordthailand vorstellte, reagierte die “Tee-Welt” zunächst mit der gleichen Skepsis und Zurückhaltung... In Fach- und Liebhaberkreisen hat sich eine Diskussion darüber entsponnen, ob unser DMS Shi Er Black Pearls denn nun wirklich ein schwarzer Tee ist, oder gar ein roter, oder eher ein sehr stark fermentierter („dunkler“) Oolong Tee... Schwarzer Tee: Westlicher Begriff für „vollständig“ (i.d.R über 94%) fermentierten Tee der Spezies Camellia Sinensis... Roter Tee: Traditioneller chinesischer Begriff für vollständig“ (über 90%) fermentierten Tee der Spezies Camellia Sinensis, bezogen jedoch ausschließlich auf chinesische Teesorten... Dunkler Oolong-Tee: kein offizieller Begriff in der „Lehre“, aber doch ein geflügeltes Wort in Tee-Liebhaberkreisen, in der Regel verwendet für einen tendenziell eher stark fermentierten/oxidierten Oolong-Tee... Unsere „Black Pearls“werden auf der Basis des in Doi Mae Salong angebauten, ursprünglich aus Taiwan importierten Kultivars Jin Xuan Oolong Nr. 12 (chin. „12“ = „shi er“) hergestellt... Meine Zubereitungsempfehlung für die DMS Shi Er Black Pearls gründet sich auf meinen in mittlerweile vielen Hunderten von Aufgüssen gesammelten Erfahrungen... ARTIKEL LESEN

Doi Tung Tee, Teil 2: Die Teegärten des Doi Tung – Auf den Spuren des Königl. Entwicklungsprojekts

Die eigentlichen Wurzeln des Teeanbaus in Nordthailand liegen auf dem Doi Tung, genauer gesagt Mitte der 90er Jahre im dortigen Ableger der Königlichen Entwicklungsprojekte begründet wurden... fand sich endlich ein verlängertes Wochenende, an dem ich mir die Zeit für eine Reise auf den Doi Tung nehmen konnte, um mich dort auf die Suche nach den Spuren der Anfänge der Teekultivierung in Nordthailand zu machen... Die Sehenswürdigkeiten des Doi Tung... Royal Villa Doi Tung... Mae Fah Luang Flower Garden... Hall of Inspiration... Doi Tung Hilltribe-Basar... Die Tee-Gärten des Doi Tung... gibt es hier regelrecht "bewaldete" Tee-Gärten, wo die Tee-Pflanzen im (Halb-) Schatten einer nicht allzu dichten, aber doch bereits die Bezeichnung Wald verdienenden Decke von Baumkronen gedeihen... Eine saubere Handpflückung ausschließlich solcher Spitzen ergibt die Tee-Qualitäten, die heute angesichts einer Flut an maschinengeernteten Massentees häufig auch als „Boutique-Tees“ bezeichnet werden. ARTIKEL LESEN...