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Die Weltkarte des Tees – Handgemalt : Der Blog zum Werk

Erst wenig mehr als einen Monat ist es erst her seit der Geburt der Idee zur „Weltkarte des Tees – Handgemalt“. Seither hat das ursprünglich als ein Weihnachtsgeschenk von mir an mich selbst gedachte Werk ein beachtliches Eigenleben entwickelt. Umstritten und viel diskutiert in den sozialen Medien hat das Gemälde Lob, Kritik und Schmähe auf allen Ebenen über sich ergehen lassen müssen. Seine inhaltliche Korrektheit, sein künstlerischer Anspruch, seine ästhetischen Qualitäten und nicht zuletzt seine grundsätzliche Existenzberechtigung wurden hierbei ebenso oft bestätigt wie in Frage gestellt.

Die Weltkarte des Tees - Handgemalt

Die Weltkarte des Tees – Handgemalt : Wie alles anfing

Kerngedanke der Idee, eine Weltkarte des Tees auf klassische Weise von einem Künstler von Hand malen zu lassen, war die Erschaffung einer visuellen Ikone für den Tee. Statistiken über Produktions-, Export-, Import- und andere Daten von Ländern im Zusammenhang mit Tee gibt es bereits genug. Massenhaft, eigentlich. Ein Bild, das für Tee steht, gab es bis vor 2 Wochen noch nicht. Inhaltliche Erwägungen – welche Länder, welche Informationen, welche Daten, usw. – gab es zu diesem Zeitpunkt noch gar keine. Aber von einem Bild, das ich mir würde an die Wand hängen können, wurde schnell ein Bild, das auch andere sich würden an die Wand hängen können.

Die Umsetzung meiner Idee verlangte nach einem graphischen Künstler, einem Maler, im klassischen Sinne, um genau zu sein. Von den hierzu kontaktierten Personen aus meinem persönlichen Umfeld qualifizierte sich sehr schnell die Malerin und Musikerin Elisabeth Six, eine alte Jugendfreundin aus Oberlinxweiler, Saar. Ihre initiale Begeisterung dafür, mit ihren eigenen Händen, Pinsel, Stift und Farbe eine Weltkarte des Tees zu erschaffen, machten sie zur logischen Wahl. Die Synergien, das hochenergetische Level, die überschwängliche Stimmung der ersten Besprechungen und der resultierende Springbrunnen von Ideen taten ein Übriges.

Die Weltkarte des Tees – Handgemalt : Erstes zuerst

Brainstormings, Skizzen, Farbexperimente, Diskussionen, Argumente, Gegenargumente, Entscheidungen, Versuch und Irrtum. Wie entscheidet ein Maler eigentlich, wie groß ein Bild werden soll? Hat sich das schon mal jemand gefragt? Wir finden eine Leinwand 1m x 0,70m irgendwo in Elisabeths Atelier. Die ist gut.

Wir probieren, finden Farben, zuerst für den Hintergrund, dann für die Kontinente, für die Länder, für die Beschriftungen… Und am Ende stellen wir fest, dass wir ohne es zu wissen oder zu beabsichtigen die 6 Farben des Tees für unser Werk gewählt haben. Jetzt fragen oft Leute, ob das Bild mit Tee gemalt wurde. Also, ja, mit Tee… im Herzen, nicht am Pinsel.

Inhalte spielten auch in dieser Phase der Entstehung des Werkes noch keine Rolle. Dafür etablierte sich während dieser Tage die englische Bezeichnung „The World Map of Tea – Painted by Artist“ als Arbeitstitel des Projekts. Und die Künstlerin und ich beschlossen ungefähr an diesem Punkt, die Auftragsarbeit in ein Partnerschaftsprojekt umzuwandeln.

Die Weltkarte des Tees- Handgemalt : Die Test-Leinwand

Die Weltkarte des Tees – Handgemalt : Die Umsetzung

Die etwa 2-wöchige Umsetzungsphase war das nahtlose Zusammenspiel einer Vielzahl von Faktoren und Rollen. Die Zusammenarbeit zwischen mir und der Künstlerin während dieser Phase war dialektisch, mit klar bis unscharf verteilten Rollen, Ebene für Ebene, Element für Element. Hierbei verschmolz die Perspektive des Schaffenden (zu nah dran) mit der Perspektive des Beobachters (zu weit weg) zu einer Perspektive als ideal empfundener Distanz.

Einzigartig aber war bei der Umsetzung der „Weltkarte des Tees – Handgemalt“ die Energie, in deren Zentrum das Werk entstand. Liebe, Leidenschaft, Begeisterung, Antizipation, Erfüllung, und mehr. Wir glauben, man kann das in dem Bild sehen, WIR können es in dem Bild sehen. Und wir begegnen immer wieder Leuten, die sehen es auch. Wir begegnen aber auch anderen Leuten, die sehen nichts.

Die Weltkarte des Tees - Handgemalt : Schnipsel

Die Weltkarte des Tees – Handgemalt : Die Inhalte

Die inhaltliche Dimension beginnt in dieser Phase eine Rolle zu spielen. Es muss entschieden werden, welchen Ländern welche Signifikanzstufe zugeordnet werden soll. Traditionelle Erzeugerländer, moderne Erzeugerländer, wichtige Teekulturen, Wiegenländer des Teebaums sind Faktoren, die unter einen Hut zu bringen sind.

Natürlich alles vollkommen subjektiv. Warum nicht England? Ist England nicht DER geographische Platzhalter für europäische Teekultur? Europäische Teekultur? Was um alles in der Welt ist bitte europäische Teekultur? Warum nicht Ostfriesland? English Breakfast Tea goes Schwarz-Rot-Gold. Echt jetzt?

Warum nicht Neuseeland und Australien, und warum nicht Hawaii und Mississippi? Ja, und warum eigentlich nicht Deutschland? Schließlich habe ich mehrere Teepflanzen gleich hier auf meinem Fensterbrett stehen. Oh, ich vergass… ein der Vorgaben war, dass die Karte vor mehr als 150 Jahren mit einem Tee-Klipper im Ozean versunken ist, von wo sie gerade erst kürzlich geborgen wurde. Und was wussten die Ersteller von Seekarten vor 150 Jahren schon von Neuseeland und Australien, Hawaii und Mississippi oder den Teepflanzen auf meinem Fensterbrett? Nichts wussten sie, wie sollten sie auch?

Die Weltkarte des Tees - Handgemalt : Sonnenlichtspiel mit Vorhang

Die Weltkarte des Tees – Handgemalt : Die Informationen

Alle Farben und Konturen fertig, nun zur Info. Wiegenländer des Teebaums bekommen ein Bäumchen, alle anderen ausgewiesenen Teekulturen und Erzeugerländer ein „Zwei Blätter und eine Knospe“-Symbol. Dann, welche Handschrift? Diese Handschrift. Dann, welcher Font für den Header? Dieser Font für den Header. Nein, Yunnan ist kein Land, aber Yunnan muss drauf. Nein, Assam ist auch kein Land, aber Assam muss auch drauf.

Die Legenden werden geschrieben, irgendwo bleibt Platz, der nicht gut aussieht. Eine einschlägige Umfrage auf Facebook erbringt die Idee einer elementaren historischen Timeline der Tee-Geschichte. Gesagt, getan, fertig. Fertig? Nicht fertig, denn da war doch noch was… ach ja, die Breitengrade? Oh Gott, das sieht ja schrecklich aus, bloß weg mit den Breitengraden. Und die Handelsrouten, die alte Tee-Pferde-Straße von Yunnan nach Lhasa, und die alte Seeroute rund um die halbe Welt von China nach Europa.

Die Weltkarte des Tees – Handgemalt : Der Launch

Alle sollen es wissen. Also Social Media… Facebook, Google+ und Co. Ein Event wird organisiert, auf Facebook, der Zeitpunkt der Enthüllung festgelegt auf den 1. Dezember 2016, um 20.00 Uhr deutsche Zeit. Weiter erhält das Werk seine eigene Facebook-Seite, dazu Posts, Newsletter, persönliche Mitteilungen an alle Tee- und viele andere Kontakte. Und tatsächlich signalisieren viele ihr Interesse, und so mancher zeigt Begeisterung. Begeisterung nicht für ein Bild, das man ja noch nicht einmal gesehen hat, sondern Begeisterung für eine Idee, die eine gute ist, auch wenn – oder gerade weil – sie sonst noch niemand hatte.

Der Tag ist da, der Vorhang geht hoch, das Bild wird enthüllt. Und das Publikum spendet Beifall, von höflich über verhalten bis hin zu ehrlich und hellauf begeistert.

Die Weltkarte des Tees – Handgemalt : Das Fazit

Nun hängt sie hier, an meiner Wand, in meinem Teezimmer, die „World Map of Tea – Painted by Artist“, das Original, 1m x 0,70m. Schön ist sie, leuchtet förmlich, in allen Farben des Tees. Das ganze Zimmer lebt von ihr. Manchmal denke ich, dass jedes Teezimmer sie an einem seiner Wände hängen haben sollte. Und dann wieder, dass die Teezimmer dieser Welt so verschieden sind wie die Menschen, die ihren Tee darin trinken.

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